SPD-Stadtverband befürwortet mehrsprachige Kindertagesstätte

Veröffentlicht am 24.10.2014 in Kommunalpolitik

Der SPD-Stadtverband Schwäbisch Gmünd unterstützt den türkischen Förderverein „Yunus Emre“ in seinem Anliegen, eine mehrsprachige Kindertagesstätte in den Kita-Bedarfsplan mit aufzunehmen. Er bestärkt damit die Einschätzung der SPD-Gemeinderatsfraktion, die das mutige Konzept mit mehr Bildungsgerechtigkeit für türkische Kinder gelobt hatte.

„Wir befürworten die Errichtung einer zunächst eingruppigen Kita in der Trägerschaft von Yunus Emre“, sagt Stadtverbandsvorsitzender Jochen Pahlke. Das sei ein Ergebnis der jüngsten Vorstandssitzung. Geplant ist eine altersgemischte Gruppe mit Ganztagesbetreuung im Gebäude Leutzestraße 59, das sich im Eigentum des Vereins befindet. Vor allem das besondere sprachliche Profil, das der Verein für die Kita „Blumenwiese“ vorgesehen hat, findet großen Zuspruch beim SPD-Stadtverband: In der Gruppe soll eine deutsche und eine türkische Erzieherin tätig sein. Beide Erzieherinnen sollen dabei ausschließlich in ihrer jeweiligen Muttersprache mit den Kindern kommunizieren. Zu bestimmten Zeiten soll zusätzlich eine englischsprachige Erzieherin die „Blumenwiese“ besuchen.
Giovanni Deriu, stellvertretender Vorsitzender des Stadtverbands, lobt den integrativen Ansatz des Konzepts: „Das ist vorbildlich.“ Die Befürchtungen von manchen Seiten, dass nur türkische Kinder die Kita besuchen und die angestrebte Mischung mit anderen kulturellen Einflüssen so nicht möglich wäre, hält der SPD-Stadtverband auch angesichts der Auskünfte, die der Vereinsvorsitzende von „Yunus Emre“, Ahmet Misir, dem SWR im Vorfeld der Gemeinderatsdebatte gegeben hat, für unbegründet. Misir erklärte, dass es bereits drei Anfragen von deutschen Eltern und vier von bi-nationalen Familien gebe. Deriu bemängelt: „Statt Integration, Sprachförderung und Bildungsgerechtigkeit zu fördern lassen hier manche direkt wieder alle Jalousien runter.“

 

 

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