Die Landes-SPD trifft sich in Schwäbisch Gmünd und stellt die Liste auf, die zeigt, wer aus dem Land von der SPD gute Chancen hat, in den Bundestag einzuziehen. Mit dabei: zwei von der Ostalb.
Tim-Luka Schwab (24) bewirbt sich für den Wahlkreis Schwäbisch Gmünd/Backnang, Cornelia True (41) für den Wahlkreis Aalen/Heidenheim. Mit Spannung war erwartet worden, auf welchem Platz der Landesliste die beiden von der Ostalb stehen. Hintergrund: Derzeit gehen die Genossen davon aus, dass die ersten 17 Plätze der Liste als aussichtsreich gelten für den Einzug in den Bundestag. Derzeit sind es 22 Genossen aus dem Ländle. 2021 hatte die SPD 21,6 Prozent im Land geholt. Die Umfragen sehen die SPD derzeit schlechter. Zudem wird der Bundestag wegen der Wahlreform kleiner. Es werden wohl weniger Ländles-Genossen in Berlin werden. Und es wird zumindest über die Landesliste schwer für Ostalbgenossen. Schwab war vom Landesvorstand für Platz 29 vorgeschlagen worden, kandidierte aber für Platz 8 gegen Parsa Marvi. Er unterlag (218/92 Stimmen). Am Ende kam Schwab auf Platz 29, wie vom Vorstand vorgeschlagen. Schwab hatte schon im Jahr 2021 kandidiert. Jetzt tue er es wieder, „aus voller Überzeugung“, wie er in seiner Bewerbung sagte. Denn es stehe viel auf dem Spiel: „Unsere Demokratie wird von den Faschisten bedroht, das Klima ist kurz vor dem Kippen und die soziale Ungleichheit erreicht Höchststände in unserer Gesellschaft.“ Gerne würde er nun „auch in Berlin für unsere SPD mit der gleichen Leidenschaft gegen die Faschisten, für die klimaneutrale Transformation unserer Wirtschaft, das Erreichen der Pariser Klimaziele und mehr soziale Gerechtigkeit kämpfen“, wie er es vor Ort seit Jahren tue.
Cornelia True tritt in Aalen erstmals an als Nachfolgerin von Leni Breymaier. Sie wurde auf Platz 25 vorgeschlagen und auch so von den Delegierten bestätigt. Sie erklärte, sie wolle im Bundestag dafür kämpfen, „dass alle, die arbeiten, auch gut davon leben können“. Dafür, „dass Erbschafts- und Vermögensrecht, sowie die Schuldenbremse endlich reformiert werden“. Und dafür, dass die Sorge für andere, sei es die Erziehung von Kindern, sei es die Pflege Hilfsbedürftiger, „in einem reichen Land wie Deutschland kein Armutsrisiko mehr darstellt“. Es sieht also so aus, als müssten Schwab und True jeweils das Direktmandat holen, um in den Bundestag einzuziehen. In Aalen ist Roderich Kiesewetter (CDU) dafür aussichtsreicher Bewerber, in Schwäbisch Gmünd die Kandidatin Inge Gräßle (CDU). SPD-Kreisvorsitzender, Jakob Unrath aus Mögglingen, meint dazu: "Wir kämpfen um die Direktmandate und eine starke SPD mit Olaf Scholz als Kanzler in unseren Wahlkreisen." Zuvor hatte Jasmina Hostert, Bundestagsabgeordnete aus Böblingen und stellvertretende Landesvorsitzende, den Peter-Parler-Saal im Congress Centrum Stadtgarten vorgewärmt. Hostert sprach, erwartbar, von einer „Richtungsentscheidung“ und rückte im Anschluss vor allem die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ins Zentrum ihrer Eröffnungsrede: „Für diese wahren Leistungsträger“, die sich nicht auf Zinsen und Dividenden ausruhen könne, stehe die SPD, die mit Olaf Scholz den richtigen Kanzlerkandidaten habe, der als Kanzler besonnen regiert habe. Saskia Esken, die Bundesvorsitzende erklärte, die SPD werde gebraucht. Die Partei gehe „geschlossen und kämpferisch“ in diesen Wahlkampf. „Wir können diese Wahl gewinnen – wenn wir kämpfen“, sagte sie. Mit Olaf Scholz an der Spitze als Bundeskanzler werde die SPD das Land voranbringen. Die CDU verspreche Steuerentlastungen für Besserverdiener, die große Mehrheit im Land hingegen „schaut in die Röhre“. Die SPD mache Politik für die, „die den Laden am Laufen halten“. Der Landesvorsitzende Andreas Stoch sagte, „dass wir heute schon hier stehen, das hat mit Menschen zu tun in der Berliner Politik, die nicht in der Lage waren, Regierungsverantwortung zu übernehmen“. Sie konnten „nicht Verantwortung für das Land über ihr eigenes Ego stellen“, so Stoch und weiter: „Wer so handelt, hat nichts im Bundestag verloren“. Die SPD hingegen habe die Themen aufgegriffen, die andere liegengelassen haben. „Wir werden dafür kämpfen dass die SPD wieder ganz stark wird“ mit „ganz vielen tollen Abgeordneten aus Baden-Württemberg“. Auch Stoch sprach von einer „Richtungswahl“, von „Besonnenheit“ und von den Menschen, „die den Laden am Laufen halten“. Stoch schloss: „Lasst und kämpfen, für unser Land, für die SPD, aber vor allem für die Menschen in unserem Land.“ Ein Grußwort sprach Baubürgermeister Julius Mihm, der die Aufbruchstimmung im Saal lobte und sich freute, dass die SPD Schwäbisch Gmünd ausgewählt hat für den Parteitag. Für die kommunale Familie forderte er von der Bundespolitik stabile Rahmenbedingungen. Er kritisierte, dass von Schwäbisch Gmünd als Standort industrieller Produktion mit Hilfe von EU-Fördermitteln Arbeitsplätze nach Ungarn verlagert werden.
Quelle: Gmünder Tagespost vom 16.12.2025