SPD Schwäbisch Gmünd

„Ausreichender Lohn gehört zur Würde“

Veröffentlicht am 04.09.2009 in Bundespolitik

Zur Arbeit gehöre auch die Würde. „Wenn man aber nach einem Monat Arbeit so wenig verdient, dass man davon nicht leben kann, dann verletzt das die Würde.“ Für diese Aussage bekam Bundesarbeitsminister Olaf Scholz am Donnerstagabend bei seinem Besuch in Gmünd viel Beifall.
Wolfgang Fischer, © Gmünder Tagespost 04.09.2009

Schwäbisch Gmünd. Scholz’ Ausführungen stießen auf großes Interesse, das Prediger-Refektorium war fast voll besetzt. Immerhin sprach der Sozialdemokrat, der mit seinem Besuch den Gmünder SPD-Bundestagskandidaten Christian Lange im Wahlkampf unterstützte, über „einen zentralen Teil unseres Lebens“, wie er die Arbeit nannte. Dazu müsse ein ausreichender Lohn gehören. Olaf Scholz verwies darauf, dass seine Partei „gegen den Widerstand des Koalitionspartners“ die Zahl der Mindestlöhne deutlich ausgeweitet habe. Sein Ziel sei ein allgemeiner Mindestlohn, damit „niemand befürchten muss, dass er nach unten durchrutscht“. Er warnte aber davor, dass Union und FDP diese Entwicklung wieder zurückdrehen wollten. Nicht umsonst seien aus dem CSU-geführten Wirtschaftsministerium Vorschläge gekommen, Arbeitsverhältnisse und Beschäftigtenrechte drastisch zu beschränken. „Wenn nach der Wahl schwarz-gelb regiert, wird das umgesetzt.“ Dabei, so der Minister, hätten gerade Werte wie Kündigungsschutz, Arbeitnehmermitbestimmung und Betriebsräte dazu beigetragen, dass die auf seine Initiative hin ausgeweitete Kurzarbeit so gut funktioniere. Und die sei ein zentraler Grund dafür, dass Deutschland bislang von den Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise noch relativ verschont geblieben sei.
Als weiteren Grund nannte Olaf Scholz die millardenschweren Konjunkturprogramme, die die Bundesregierung in Gang gesetzt hat. Angesichts der damit verbundenen Neuverschuldung seien aber Wahlversprechen von Steuersenkungen auf Jahre hinaus völlig illusorisch. Scholz kritisierte auch die Linke, die behaupte, Deutschland sei kein Sozialstaat. Ein Staat, der pro Jahr rund 750 Millionen Euro für die soziale Sicherung ausgebe, sei durchaus sozial.
Als zentrale Notwendigkeit für die Arbeitswelt der Zukunft warb Scholz dafür, dass junge Leute einen Schul- und Ausbildungsabschluss bekommen. Das sei ganz entscheidend für den Erfolg auf dem Arbeitsmarkt. Dass so viele jungeMenschen derzeit die Schule ohne Abschluss verlassen, „ist ein Staatsversagen und darf nicht hingenommen werden“, forderte er. Der Gmünder SPD-Abgeordnete Christian Lange hatte zuvor darauf hingewiesen, dass bei den jüngsten Arbeitsmarktzahlen für Ostwürttemberg auch die Jugendarbeitslosigkeit in die Höhe geschnellt war.
Vor seiner Rede hatte sich der Bundesarbeitsminister ins Goldene Buch der Stadt Schwäbisch Gmünd eingetragen. Und Oberbürgermeister Richard Arnold hatte dem prominenten Gast bei einem kurzen Rundgang im Stadtzentrum einige der Sehenswürdigkeiten Gmünds gezeigt. Beeindruckt zeigte sich Olaf Scholz dabei von dem Sommer-Spielplatz auf dem Marktplatz.

© Gmünder Tagespost 04.09.2009

Homepage SPD Stadtverband Schwäbisch Gmünd

 

News von der SPD

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de

Counter

Besucher:2
Heute:109
Online:2