Wohnungslosigkeit und Wohnungsnot ernst nehmen

Veröffentlicht am 14.02.2019 in Aktuelles

Teilnehmende (v.l.n.r.): Brigitte Schoder, Hans-Dieter Beller, Sigrid Heusel, Dr. Uwe Beck, Clemens Beil, Carolin Morlock, Dirk Holzmann

 

Die Gmünder SPD besuchte am 12.02.2019 St. Elisabeth und kam mit dem Diplom Sozialpädagogen Dirk Holzmann ins Gespräch, der diese Einrichtung für wohnungslose Menschen betreut.

In vielen Städten gehen Bürger für eine soziale Wohnraumpolitik auf die Straße und der SPD ist es ein Anliegen Mietenentwicklung zu drosseln und sozialen Wohnungsbau zu fördern. Das Problem bezahlbaren Wohnraum zu finden betrifft jedoch nicht nur kinderreiche Familien und Auszubildende. In vielen Innenstädten ist bezahlbarer und qualitativ hochwertiger Wohnraum Mangelware, so auch in Schwäbisch Gmünd. Clemens Beil, Vorsitzender des Fördervereins Begegnungsstätte St. Elisabeth e.V. erläutert, dass gerade Menschen die nicht stabil im Leben stehen, durch die hohen Mieten noch stärker in die Wohnungslosigkeit gedrängt werden und auf dem Wohnungsmarkt kaum eine Chance haben. Der Förderverein 1997 von Hans-Dieter Beller gegründet, leistet Hilfe zur Selbsthilfe, doch im Kontext der allgemeinen Wohnungsnot wird das Finden von Lösungen immer schwieriger. In St. Elisabeth sind derzeit 37 Personen in der sogenannten „Tagessatzauszahlung“. 17 Personen übernachten derzeit im Haus, entweder im Bereich der Kurzübernachtungen oder im Aufnahmehaus, berichtete Holzmann. Die klassischen Durchreisenden gäbe es immer weniger, der Großteil der Wohnungslosen, die St. Elisabeth aufsuchen, kämen aus dem Altkreis Gmünd. Für wohnungslose Frauen steht nur ein einziges Dreibettzimmer zur Verfügung, sie müssen sich mit den Männern die Duschen und Toiletten teilen, wie die Frauen der Gmünder SPD Brigitte Schoder, Sigrid Heusel und Carolin Morlock ernüchtert feststellen. Dirk Holzmann schätzt, dass ungefähr 100 bis 200 Wohnungslose im Stadtgebiet leben und bestätigt, dass Frauen später und seltener anklopfen. Im letzten Jahr sei es mit 6 Frauen gleichzeitig jedoch zu einem Engpass gekommen. Die Räumlichkeiten sind für die diversen Gruppen der Hilfsbedürftigen zu begrenzt. Zum Glück sei die Zusammenarbeit mit dem Amt für Familie und Soziales gut. Und auch das Konzept mit den längerfristigen Mietmöglichkeiten nahebei würde für Wohnungslose das feste Wohnen wieder attraktiv machen. Clemens Beil erwähnt in diesem Kontext die Kleinkredite für Wohnungslose, welche helfen bei finanziellen Engpässen wie die Bezahlung einer Mietkaution, den Kauf eines Ausweises oder einer Brille nicht zu scheitern. Uwe Beck, Leiter von St. Loreto fragt nach den Gründen der Wohnungslosigkeit von jungen Erwachsenen. Tatsächlich haben junge Erwachsene den größten Bedarf an Obdach und sind zugleich einer der schwierigsten Gruppen im Umgang.